{"id":243,"date":"2012-03-07T17:34:54","date_gmt":"2012-03-07T17:34:54","guid":{"rendered":"http:\/\/karinwieland.de\/kw\/?page_id=243"},"modified":"2015-12-07T13:56:46","modified_gmt":"2015-12-07T13:56:46","slug":"rezensionen-die-geliebte-des-duce","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/buecher\/die-geliebte-des-duce\/rezensionen-die-geliebte-des-duce\/","title":{"rendered":"Rezensionen Die Geliebte des Duce"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Fund war gl\u00fccklich: Die Geschichte der Margherita Sarfatti (1880-1961), einer hochgebildeten Italienerin j\u00fcdischer Herkunft, die mit dem militanten jungen Sozialisten Benito Mussolini eine Liaison einging und ihm sp\u00e4ter auf seinem Weg in den Faschismus folgte, ist ein Stoff, wie er faszinierender nicht gedacht werden kann. Er erlaubt es, die Formen des Romans, der zeitgeschichtlichen Abhandlung und der kulturwissenschaftlichen Analyse zu mischen. Entscheidendes Licht f\u00e4llt in Karin Wielands Buch auf die kulturellen Voraussetzungen des Faschismus, die von denen des Nationalsozialismus v\u00f6llig verschieden waren: In Mussolinis Partei versammelten sich steilste Kunstavantgardisten, ehemalige Sozialisten, Syndikalisten, ja Anarchisten und mischten sich mit den K\u00e4mpfern der Sturmtruppen, den arditi des Ersten Weltkriegs.<br \/>\nLorenz J\u00e4ger in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. Februar 2004<\/p>\n<p>Die Geschichte der Margherita Sarfatti, wie sie Karin Wieland erz\u00e4hlt, ist ein spannendes St\u00fcck Zeitgeschichte, das wieder einmal deutlich macht, dass unsere nachtr\u00e4glichen Ein-und Zuordnungen den konkreten Lebensverl\u00e4ufen nicht gerecht werden. Aus der zeitlichen Distanz zum damaligen Geschehen f\u00e4llt es uns heute schwer zu verstehen, wie das Abenteuer einer emphatischen Moderne junge Menschen zun\u00e4chst zu den Sozialisten und dann zu den Faschisten treibt und erst recht, wie es kommt, dass eine intellektuelle J\u00fcdin aus gro\u00dfb\u00fcrgerlichem Haus sich f\u00fcr den Faschismus begeistert. Das Verdienst dieses Buches besteht vor allem darin, dass es den Blick f\u00fcr die Besonderheiten des italienischen Faschismus sch\u00e4rft.<br \/>\nFranziska Sperr in: S\u00fcddeutsche Zeitung vom 23. M\u00e4rz 2004 (Literatur-Beilage)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-247\" title=\"Rezension Die Geliebte des Duce\" src=\"http:\/\/karinwieland.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/rezensionen_2.jpg\" alt=\"Rezension Die Geliebte des Duce\" width=\"146\" height=\"110\" \/>\u00dcber diese hierzulande wenig bekannte Italienerin, ihren m\u00e4rchenhaften Aufstieg und tragischen Fall hat die Berliner Historikerin Karin Wieland ein faszinierendes Buch geschrieben, die erste deutschsprachige Publikation \u00fcberhaupt. Unglaublich viel l\u00e4sst sich aus dieser Biografie \u00fcber die Geschichte des modernen Italien lernen. Wer an pers\u00f6nlichen Details aus der Beziehung zwischen Sarfatti und Mussolini, gar an Pikantem interessiert ist, wird dagegen weitgehend entt\u00e4uscht. (&#8230;) Indem das Buch ihre Aufstiegsstrategien, ideologischen Wandlungen und \u00e4sthetischen Vorlieben als Symptome f\u00fcr den herrschenden Zeitgeist nimmt, entfaltet es aber eine gl\u00e4nzende Ideen &#8211; und Mentalit\u00e4tsgeschichte Italiens im sp\u00e4ten 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert.-<br \/>\nHubert Leber in: Literaturen vom April 2004<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-249\" title=\"Rezension Die Geliebte des Duce\" src=\"http:\/\/karinwieland.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/rezensionen_3.jpg\" alt=\"Rezension Die Geliebte des Duce\" width=\"146\" height=\"110\" \/>Die Berliner Ideenhistorikerin Karin Wieland legt nun die erste deutsche Biografie \u00fcber Margherita Sarfatti vor und schildert mit Verve und Einf\u00fchlung die ebenso faszinierende wie absto\u00dfende Lebensgeschichte einer Frau vor der Folie der Kultur-und Geistesgeschichte des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts. Ihr ist mit diesem Buch eine erhellende Studie \u00fcber das Verh\u00e4ltnis von Avantgarde und Totalitarismus, Radikalit\u00e4t und Entwurzelung, von Aufbruch und Fortschrittsglaube wie von Zerst\u00f6rung und absolutem Willen zur Destruktion, von Kunst und Politik, von Lenkung, Befreiung und Entm\u00fcndigung gelungen. (&#8230;) Diese Doppelbiographie von Sarfatti und Mussolini, die bereits der Schutzumschlag signalisiert, bietet hoch interessante Einblicke in die Ideen-und Geistesgeschichte der um 1880 geborenen Generation Europas, die den Ersten Weltkrieg als Fanal des Aufbruchs auffasste, durch diesen traumatisiert von den Schlachtfeldern zur\u00fcckgekehrt, von der nachfolgenden Alterskohorte wiederum rasch von den Hebeln der Macht verdr\u00e4ngt wurde.<br \/>\nAlexander Kluy in: Frankfurter Rundschau vom 10. Mai 2004<\/p>\n<p>Karin Wieland pr\u00e4sentiert hingegen einige bedenkenswerte Thesen. Auf die beispielsweise irritierende Frage, weshalb eigentlich Margherita Sarfatti und Benito Mussolini den Weg vom Sozialismus zum Faschismus beschritten, meint sie, im Grunde handle es sich um einen Generationenkonflikt. Die jungen Sozialisten konnten sich mit den alten Sozis, die sich innerlich und \u00e4u\u00dferlich immer noch am 19. Jahrhundert orientierten, nicht anfreunden. Was sich vordergr\u00fcndig als eine Entscheidung zwischen Rechts und Links darstellt, ist tas\u00e4chlich eine Revolte der Jugend gegen die Alten auf der Suche nach der Moderne. So pflegte Margherita Sarfatti schon ganz fr\u00fch Kontakte zu den Futuristen. Ihre Hinwendung zum Faschismus ist zudem pers\u00f6nlich gef\u00e4rbt: Sie hatte f\u00fcr den Tod ihres \u00e4ltesten Sohnes Roberto, der im Ersten Weltkrieg gefallen war, bei den Sozialisten keine Sinnstiftung gefunden, wohl aber im Faschismus. Solche Interpretationen machen aus dem Buch &#8222;Die Geliebte des Duce&#8220;, das eben mehr ist als eine eindimensionale Biografie, ein erhellendes St\u00fcck Ideengeschichte.<br \/>\nIna Boesch in: Neue Z\u00fcricher Zeitung vom 20. Juni 2004<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Der Fund war gl\u00fccklich: Die Geschichte der Margherita Sarfatti (1880-1961), einer hochgebildeten Italienerin j\u00fcdischer Herkunft, die mit dem militanten jungen Sozialisten Benito Mussolini eine Liaison einging und ihm sp\u00e4ter auf seinem Weg in den Faschismus folgte, ist ein Stoff, wie er faszinierender nicht gedacht werden kann. 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