{"id":257,"date":"2012-03-07T17:45:23","date_gmt":"2012-03-07T17:45:23","guid":{"rendered":"http:\/\/karinwieland.de\/kw\/?page_id=257"},"modified":"2015-12-07T14:00:39","modified_gmt":"2015-12-07T14:00:39","slug":"rezensionen-worte-und-blut","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/buecher\/worte-und-blut\/rezensionen-worte-und-blut\/","title":{"rendered":"Rezensionen Worte und Blut"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-261\" title=\"Rezension Worte und Blut\" src=\"http:\/\/karinwieland.de\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/rezensionen_4.jpg\" alt=\"Rezension Worte und Blut\" width=\"146\" height=\"110\" \/>Es ist ein Buch, das den Blick auf die Kulturgeschichte der Jahre 1000 bis 1500 ver\u00e4ndert, ein k\u00fchner Parforceritt durch die Jahrhunderte, in denen jenes m\u00e4nnliche Selbst entstand, mit dem nicht nur M\u00e4nner seitdem leben m\u00fcssen. Das Buch ist ein gelehrtes Werk auf dem Stand der Forschung in Literaturwissenschaft, Soziologie und Geschichte, aber zugleich voller Provokationen f\u00fcr die Fachgelehrten.<br \/>\nJ\u00f6rg Lau in: Die Zeit vom 11. Februar 1999<\/p>\n<p>Karin Wieland zeigt, wie die eloquente Selbstgeburt der M\u00e4nner funktioniert, erw\u00e4hnt am Rande, dass das unter Ausschaltung der Frau funktioniert und deutet nur an, wie vermessen einem das erscheinen k\u00f6nnte. Dabei empfindet der &#8220; m\u00e4nnliche &#8220; Leser keineswegs nur Abscheu f\u00fcr die historischen Selbstentw\u00fcrfe, sondern erkennt durchaus Vertrautes: den ungl\u00fccklich Liebenden, den einsam Lesenden oder den pedantisch Sortierenden. Karin Wielands Studie bleibt beim klassischen Kanon der europ\u00e4ischen Kultur. Petrarca, Kaiser Friedrich der Zweite, die Kreuzz\u00fcge &#8211; ohne neue Details. Aber sie macht dieses Vertraute eigent\u00fcmlich fremd. Genau das ist das Produktive an ihrer Studie, und damit l\u00f6st sie ein, was Friedrich Nietzsche sich f\u00fcr die Geschichtsschreibung w\u00fcnschte: dass sie mit dem Messer an die Wurzeln der Vergangenheit greift, dass sie \u00fcber Piet\u00e4ten hinwegtrampelt. Deshalb ist Karin Wielands Buch so lesenswert.<br \/>\nRen\u00e9 Aguigah im Westdeutschen Rundfunk K\u00f6ln am 23. April 1999<\/p>\n<p>Die Politologin Karin Wieland legt einen ambitionierten Essay vor \u00fcber<br \/>\n&#8222;Das m\u00e4nnliche Selbst im \u00dcbergang zur Neuzeit&#8220;.<br \/>\nDieser in der Reihe Gender Studies der Edition Suhrkamp erschienene Band ist der Versuch einer theoretischen Erz\u00e4hlung, die die Verwandlungen eines symbolischen Systems \u00fcber den Zeitraum von nicht weniger als sechs Jahrhunderten&#8220; aus dem semantischen Repertoire der herrschenden Eliten verfolgt. Das auf den ersten Blick ungew\u00f6hnliche Thema &#8222;Worte und Blut&#8220; gewinnt die Autorin aus einer &#8222;Ursprungsrhetorik der abendl\u00e4ndischen Kultur&#8220;. (&#8230;) Dieser an die Zivilisationsforschung von Benjamin Nelson erinnernde Essay macht gleich anfangs auf die methodologischen Klippen eines solchen argumentativen Verfahrens aufmerksam. Es geht der Autorin weder um die Frage, wie es wirklich gewesen ist, noch um m\u00f6gliche Motive und Absichten der Beteiligten, sondern um eine dritte Perspektive: &#8222;Ins Auge gefasst wird das geschichtliche Fortleben geistiger Schablonen, die den Zuweisungscharakter und die Produktivkraft des menschlichen Einbildungsverm\u00f6gens bestimmen. Durch ihre historischen Transformationen hindurch erh\u00e4lt sich das konstitutive Schema&#8220;: Selbsterschaffung durch Worte und Bindung an das Blut. (&#8230;) Der semantische Formenvorrat des archaischen Mottos wird bis in das 15. Jahrhundert hinein verfolgt: als Geschichte einer nicht enden wollenden Variation des Leitmotivs.<br \/>\nUrsula Pasero in: Soziologische Revue, Heft 2, April 2000<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist ein Buch, das den Blick auf die Kulturgeschichte der Jahre 1000 bis 1500 ver\u00e4ndert, ein k\u00fchner Parforceritt durch die Jahrhunderte, in denen jenes m\u00e4nnliche Selbst entstand, mit dem nicht nur M\u00e4nner seitdem leben m\u00fcssen. Das Buch ist ein gelehrtes Werk auf dem Stand der Forschung in Literaturwissenschaft, Soziologie und Geschichte, aber zugleich voller &hellip; <a href=\"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/buecher\/worte-und-blut\/rezensionen-worte-und-blut\/\" class=\"more-link\">Weiterlesen <span class=\"screen-reader-text\">Rezensionen Worte und Blut<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":20,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-257","page","type-page","status-publish","hentry","without-featured-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/257","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=257"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/257\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":886,"href":"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/257\/revisions\/886"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/20"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/karinwieland.de\/kw\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=257"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}